HIOB Nach dem Roman von Joseph Roth in einer Fassung von Koen Tachelet

Mittwoch, 22. März 2017

Beginn:  20:00 Uhr

Ort:  Kronenzentrum

Kategorie:  Theatermiete

Württembergische Landesbühne Esslingen

„Hast Du einmal gesehen, dass Gott einem Mendel Singer geholfen hätte?“

Mendel Singer ist jüdisch-orthodoxer Thoralehrer, ein „ganz alltäglicher Jude“, in einem ostgalizischen Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Treu lebt er nach dem Gesetz der Vorväter. Aber wie der alttestamentarische Hiob muss er zahlreiche Schicksalsschläge hinnehmen: Sein ältester Sohn muss zum Militär, sein zweiter Sohn desertiert und emigriert in die USA, seine einzige Tochter lässt sich mit Kosaken ein und sein Jüngster, Menuchim, ist scheinbar behindert. Als Singer mit Frau und Tochter fliehen muss, lassen sie Menuchim zurück. Doch im Exil werden sie nicht glücklich: Die beiden älteren Söhne fallen im Zweiten Weltkrieg, seine Frau stirbt aus Kummer und die Tochter verfällt dem Wahnsinn. Mendel Singer hadert mit Gott, verliert schließlich seinen einst so festen Glauben und allen Lebensmut. Doch das Leben hält für ihn noch eine Überraschung bereit, die ihn am Lebensende mit seinem Schicksal zu versöhnen vermag.

Der Autor Joseph Roth war ein begnadeter Erzähler. Stefan Zweig: „Hiob ist mehr als Roman und Legende, eine reine, eine vollkommene Dichtung, die alles zu überdauern bestimmt ist, was wir, seine Zeitgenossen geschaffen und geschrieben haben. An Geschlossenheit des Aufbaus, an Tiefe der Empfindung, an Reinheit, an Musikalität der Sprache kaum zu übertreffen.“

Koen Tachelet hat eine kluge und berührende Fassung von Joseph Roths Roman „Hiob. Roman eines einfachen Mannes“ aus dem Jahr 1930 verfasst, die 2008 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde.

Treffpunkt Kultur (Programmheft)